„Deutschland ist kein Überwachungsstaat.“

In der Abhöraffäre um die amerikanische NSA und des britischen GCHQ sowie des Deutschen Bundesnachrichtendienst (BND), Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sagte Kanzlerin Merkel bisher nichts, außer, dass sie nichts wisse. Das legendäre „Zeit“-Interview ließ die taktischen Finessen des Kanzlerinnen „Null-Sprech“ allzu deutlich werden. Keine Inhalte, geschweige denn Lösungen oder gar Visionen für eine politische Führung der Gesellschaft in eine neue digitale Epoche mit dem gleichzeitigen Schutz der Grundrechte. Am vergangenen Freitag sagte sie nun das erste Mal etwas Konkretes: „Deutschland ist kein Überwachungsstaat.“ Vieles spricht ab morgen dafür, dass ihr dieser Satz schmerzhaft auf die Füße fallen wird.

 

Teufelsberg

Datensammeln und Überwachung outdated. Als Fr. Merkel noch in der DDR lebte wurde sie von hier belauscht. Und da die NSA Horchstation auf dem Berliner Teufelsberg seit Jahren zerfällt? Logisch: gibt es auch seit Jahren keine Überwachung.


 

Nimmt man einmal zur Kenntnis, dass die sogenannten Enthüllungen von Edward Snowden bisher nur Bestätigungen von Gedanken sind die sich notorischen Verfolgungstheoretikern allenfalls Schemenhaft ausgemalt haben, dann ist ja alles gar nicht so schlimm. Irgendwie konnte man es erahnen. Der amerikanische NSA Chef Keith Alexander bestätigte die Dokumentation von Snowden am 20.07.: „Wir sagen ihnen nicht alles, was wir machen oder wie wir es machen – aber jetzt wissen sie es.“ Gut, danke. Nun wissen wir es.
Aber die Deutschen Dienste wussten von nichts. Und ihr politischer Chef, Roland Pofalla, ist überhaupt nicht zu sehen oder zu hören. Wahrscheinlich ist er mehr damit beschäftigt seinem Parteikollegen Bosbach oder anderen wieder einmal zu sagen, wie sehr er deren Fresse nicht mehr sehen kann. Die Chefin von Pofalla ist Frau Merkel und, die wusste noch weniger. Nichts. Das ist auch nicht ihr Job, denn als Kanzlerin kümmert man sich nur um wichtige Dinge, wie z.B. Regieren ohne etwas zu sagen oder zu tun.
 
Nun schien sie sich allerdings doch genötigt etwas zu sagen. Kurz vor ihrem Urlaub diktierte sie den verzückten PR-Contractors der Hauptstadtpresse: „Deutschland ist kein Überwachungsstaat.“ Sie muss es wissen, ist sie selber in einem solchen aufgewachsen – das Kalkül hinter diesem Satz. Allerdings könnte man vermuten, dass sie mit dem „Neuland Internet“ doch etwas überfordert ist. SMS tippt sie auf dem Blackberry und nicht im Internet. Und auch ihre regelmäßige Videobotschaft an die lieben Bürgerinnen und Bürger ist auf dem Bildschirm zu sehen – und nicht etwa im Internet.
 
Die morgen im „Spiegel“ beginnenden, tatsächlichen Enthüllungen aus den Snowden-Papieren legen jedoch etwas ganz anderes nahe. Die Verwendung von XKeyscore durch die Deutschen Dienste war gewünscht, seit 2012 wollten unsere Dienste verstärkt engeren Kontakt zur NSA und zu dessen Analysetools – und sie bekamen was sie wollten. Denn eine Hand wäscht die andere. XKeyscore? Eine Programm, das sämtliche Telefonnummern, Email-Adressen, Log-ins und User-Aktivitäten, also Inhalte von Telefonaten, Mails oder Webseiten einer gewünschten Person zur umfangreichen Auswertung automatisch zusammenfasst. Wenn man diese Auswertung weiter mit Daten aus Kreditkartenabrechnungen, Kundenkarten, GPS-Standorten und den gleichen Daten kontaktierter Personen und von denen kontaktierter Personen und von denen kontaktierter Personen und von denen kontaktierten Personen abgleicht, ist das mehr als die Stasi jemals konnte. Es wird ersichtlich wo „Aktivitäten“ entstehen und was für Aktivitäten das sind. Ob „Aktivitäten“ positiv, neutral oder negativ sind entscheidet dann das Analysetool. Das ist flexibel zu programmieren was denn im Moment als positiv, neutral oder negativ angesehen werden soll.
 
Zusammen mit „Big Data“, also Ihrem Ess-, Trink-, TV-, Bücher-, Freizeitverhalten und Arbeitsergebnissen, Ihrer Krankenakte und Steuererklärung kommt da einiges über Sie zusammen. Diese Überwachung kommt offensichtlich nicht als schreckliche Orwellsche Vision sondern z.B. als bequemer und kostenloser Bonus-Service. Das macht es verständlich, dass unsere Kanzlerin das alles nicht versteht und womöglich in naiver Dummheit vor der Presse sagt: „Deutschland ist kein Überwachungsstaat.“
 

 

Die Mauer muss weg bleiben

Die Reste des früheren antifaschistischen Schutzwalls an der Mühlenstraße, kurz East Side Gallery – oder noch kürzer: der Mauer, soll bleiben. Vor nicht allzu langer Zeit musste alles weg, und zwar zack, zack! Von den einstigen 156 Km Mauerbefestigung um West-Berlin über 3,40 Meter Höhe blieben nur sehr wenige Bruchstücke stehen. Teilweise ersetzt durch 2 Reihen Pflastersteine in einigen ausgewählten, touristisch heute hoch frequentierten Straßen und Wegen. Kinder, Enkel und Nichtwissende können schon heute die Wucht der Mauer nicht mehr verstehen. Neben die ähnlich kleinen Freizeitparks touristisch aufbereiteten, offiziellen Gedenkstätten blieb die durch Künstler veredelte East Side Gallery. Ein Kunstprojekt, etwa 1,3 Km lang am Ufer der Spree – die frühere Grenze zwischen Ost und West, zwischen Friedrichshain und Kreuzberg.

Another Brick In The Wall.

Another Brick In The Wall.

 

Es ist nicht der erste Teilabriss, der, befeuert durch massive Proteste, diese Woche von den Politikern erneut diskutiert wird. Schon damals, beim Bau der o2 Arena musste ein größeres Stück der Mauer weichen. Besucher von Sportveranstaltungen und Pop-Größen sollten vor und nach den Veranstaltungen einen kurzen, aber immerhin ungetrübten Blick auf die Spree und Kreuzberg haben. Von „Fluchtweg“ war damals nur sehr kurz und nur hinter vorgehaltener Hand die Rede.

Darum geht's: Die Mauer und der Park an der Spree.

Darum geht’s: Die Mauer und der Park an der Spree.

 

Nun steht also wieder eine Versetzung von Mauerstücken an. Etwa 40 Meter sollen weichen und woanders angesetzt werden. Für einen Wohnturm mit Geschäftseinheiten. Besonders passend für Friedrichshain, die Preisgestaltung der Wohneinheiten: für die kleinste, bescheidene 2 Zimmerwohnung werden ca. 500 Tausend Euro aufgerufen. Also genau das Richtige für die Bewohner rund um den Ostbahnhof. Eine Brücke über die Spree, die im zweiten Weltkrieg eingerissen wurde soll Friedrichshain und Kreuzberg wieder verbinden. Sie steht für ein weiteres Symbol der Umgestaltung und Öffnung der Flächen zur Luxussanierung.

Kultur war der Starter des Protests

Kultur war der Starter des Protests

 

Weshalb wird seit einigen Wochen massiv protestiert? Immerhin knapp 80.000 Unterschriften sind gegen das Projekt in einer Online-Petition in kurzer Zeit zusammengekommen. Und, am vergangen Sonntag zum zweiten Treffen war „The Hoff“ auf eigene Kosten angereist – demonstrierte mit knapp 10.000 Demonstranten gegen das Projekt und schmetterte „I’ve been looking for freedom“ ins Megaphon, nachdem schon auf dem ersten Treffen die Berliner Lokalpolitik oder Ur-Berliner wie Dr. Motte und Ben Becker lautstark auftraten.

Ben Becker

Ben Becker (Photo: S. Frank)

 

Dr. Motte

Dr. Motte

 

Der Protest besteht für Berlin aus einer sehr typischen, urbanen Mischung. Die Künstler, die mit ihrer Gestaltung der 105 Mauerbilder die East Side Gallery einst schafften begründeten den Protest. Sie richten ihren Protest gegen die Zerstörung des Gesamtwerks. Dazu kam der eher links orientierte, allgemeine Protest gegen Gentrifizierung eines Stadtteils. Luxuswohnungen verdrängen das typisch schmuddelige Stadtbild Berlins. Ein Großteil der Berliner will das einfach nicht. Sie befürchten, Berlin wird wie eine auf dem Reißbrett gestaltete City, beliebig austauschbar, ähnlich dem Potsdamer Platz. Besteht dann in seinen unterschiedlichen Zentren nur noch aus Zweit-, Dritt- oder Viertwohnungen für Wochenendbesucher mit den für jede größere Stadt so typischen Ladenketten.

Die Mauer am Potsdamer Platz

Die Mauer am Potsdamer Platz

 

Und, es ist ein allgemeiner Protest gegen den Senat, gegen die Bezirksvertretungen von denen alle für das Projekt waren. Nun will es keiner gewesen sein und geradezu satirisch wertvoll schieben sich die Beteiligten gegenseitig die Schuld und Lächerlichkeit in die Schuhe. Alles nicht ganz mit den Wutbürgern aus Stuttgart zu vergleichen. Aber, nach der Pleite um den Flughafen (eigentlich interessiert sich keiner in Berlin wirklich dafür) kommt die East Side Gallery gerade zu Recht um die verschiedenen Strömungen des Protests innerhalb einer Großstadt zu bündeln und auf ein Symbolprojekt zu konzentrieren.

Protest

Protest

 

So, wie die Mauer nach der Vereinigung einst ganz schnell und rigoros weg musste, muss sie nun eben bleiben.

 

Die Mauer wie sie keiner mehr sehen will

Die Mauer wie sie keiner mehr sehen will

 

 

Die 80er sind (schon lange) wieder da!

Wenn auch auf RTL spätestens in ein zwei Jahren der Film „Drive“ gezeigt wird dürfte es auch im letzten Winkel und Wald des Landes ankommen: wir leben mitten in einem 80er Revival.

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Schick, was Crystal-Meth so kann

Die amerikanische Drogen-Aufklärungsseite Rehabs.com veröffentlicht eine Seite mit Bildern von Crystal-Meth-Abhängigen. Das weiße Pulver zählt seit Jahren zu den schnellst wachsenden Drogen, auch in Deutschland. Es ist billig und schnell zu haben, wird als „billiger und besser als Kokain“ beschrieben und kommt vorwiegend aus tschechischen Laboren nach Berlin und Deutschland. Die Wechselwirkung, besonders mit MDMA (Ecstasy), ist nicht nur körperlich sondern auch für das Gehirn verheerend. Aber, auch allein konsumiert zeigen sich bereits nach sehr kurzer Zeit, 1-5 Dosen, massivste Abhängigkeiten. Wie sich die einmal begonnene und dann praktisch nicht zu verhindernde Abhängigkeit von Crystal-Meth körperlich auswirkt dokumentieren die folgenden Bilder. Artikel lesen » Schick, was Crystal-Meth so kann

Fremdschämen

Fotografieren scheint ganz groß in Mode zu sein. Nicht nur, dass auf Veranstaltungen mittlerweile fast mehr Leute mit Kamera als Gäste unterwegs sind. Egal, ob mit Smartphone oder Taschenknipse. Ganz besonders unangenehm fallen die auf, die mit der neusten, größten und überhaupt besten Profi-Ausrüstung grundsätzlich und immer auffällig unterwegs sind. Zeit zum Fremdschämen ist da angesagt. So, wie sich Frauen für anderer Kleider, Haare, Schuhe oder Männer fremd schämen. Oder echte Kerle, die für alles unter 8 Zylinder, 2 Tonnen, 285er Schlappen oder auch für eine Mietwohnung ein müdes Lächeln nur unter Zwang auf ihr Babyface würgen. So in etwa geht es mir, wenn ich mittlerweile vermehrt Damen – aber natürlich auch die Herren – mit den neusten Kamera Pixelmonstern sehe.

Gestählt durch die neusten Testergebnisse werden dann die technischen Vorzüge von 36 Megapixeln der Kamera ausführlichst erklärt – natürlich habe das Zoom nur die allerbesten Testergebnisse und sei Knackscharf, schon völlig offen. Spätestens dann weiß ich in der Regel: es ist mal wieder Zeit zum Fremdschämen. Es sind genau diese Technikfetischisten, die mich vom Kauf der neusten Boliden abhalten. Sehr schnell hat sich hier eine Gruppe von Knipsern gebildet bei der es in erster Linie um die Technik geht, nicht ums Fotografieren. Es ist wohl kein Zufall, dass die Besitzer solcher Kameras sehr oft aus technischen Berufen kommen und ich frage mich schon nicht mehr, weshalb besonders häufig die IT-Branche vertreten ist. Neben der Technikverliebtheit kommt dann noch eine furchtbare Art des Knipsen, und das Fremdschämen wird weiter befeuert: Laut, „hallo hier bin ich“ und jedem und jeder den Penisersatz in Form der Riesentüte vor das Gesicht haltend. Ich hoffe, dass diese Damen und Herren sich möglichst bald ein neues Spielzeug suchen. So wie eigentlich immer, wenn es irgendwo etwas Neues gibt mit dem man seine Kompetenz nach Außen interpolieren kann.

Ansonsten wünsche ich Ihnen beim Fotografieren: immer das richtige Licht! Oder besser, machen Sie es daraus.

Dreiecks-Beziehungen

Dreiecksbeziehungen, die Ménage à Trois, wurde schon immer gerne in Filmen thematisiert.  Ein kleiner Rückblick:

 

Die Reifeprüfung (The Graduate)
Mike Nichols, 1967. Dustin Hoffman, Anne Bancroft, Katharine Ross.

Der Klassiker. Zumindest aus der Sicht eines jungen Mannes unter 30 oder knapp darüber. Aber auch aus der Sicht einer Frau um die 40. Das Anne Bancroft gegen ihre Tochter kämpft treibt die Story auf die Spitze. Der Schluss in der Kirche unvergessen, „Elaine“! Im Stile des Amerikanischen Hollywood-Kinos kommt natürlich das Happy-End. Vielleicht bildet der Film die Grundlage für Gutmenschen mehrerer Jahrzehnte die glauben, zum Schluss wird einfach alles gut.

 

Und plötzlich die Musik von Simon & Garfunkel. Sonst nicht mehr genießbar passt sie im Film wie A auf E.

 

Der Swimmingpool (La Piscine)
Jacques Deray, 1969. Alain Delon, Romy Schneider, Maurice Ronet, Jane Birkin.

Aus der gleichen Zeit wie „The Graduate“ aber ein ganz anderes Kaliber. Das Remake von 2003 mit Charlotte Rampling nur ein müdes Lüftchen und unnötig. Artikel lesen » Dreiecks-Beziehungen

Besondere Musik-Videos

Der Streit in Deutschland zwischen GEMA und den Videoportalen nahm in den letzten Monaten groteske Züge an. Kaum noch klassische Musikvideos sind auf Youtube zu finden, es ist schlicht eine Unverschämtheit! Videos aus alle Jahrzehnten die eigentlich zum „Allgemeingut“ gehören sind verloren, geschweige denn unbekanntere Stücken. Die GEMA unterbindet den größten Teil der Musik- und Videokultur in Deutschland. Hinzu kommt, dass nun auch Clubbetreiber vielfach höhere Abgaben an die GEMA erbringen sollen. Selbst die weltweit bekannten Berliner Clubs wie das Berghain stehen vor dem Aus weil sie die GEMA Abgaben unmöglich finanzieren können, und das ist kein Spaß! Ich hoffe, dass sich doch noch eine Lösung finden lässt die zum einen die Video- und Musikkultur der vergangen Jahre im Internet in Deutschland wieder zurückbringt – und die Underground Clubkultur nicht sterben lässt. Aber, es sieht nicht gut aus!

Deshalb heute drei Videos die verfügbar sind. Ganz außergewöhnliche Videos, die zu guter Musik auch ganz außergewöhnliche Videoarbeiten präsentieren. Besonders erwähnenswert ist dabei ein Youtube Account eines Italieners – marcomauripude – der zwei der drei in diesem Post gelisteten Videos editierte. Sehr schöne Zusammenstellungen, Bearbeitungen, Schnitte und Edits, aber schauen Sie selber:

#1

Sehr gelungene Tag- Nacht Fahrten, ganz großes Kino!

#2

Kleine Geschichtsstunde gefällig? Und das von einem Italiener?!

#3

Da fällt das einzige „official Video“ kaum auf. Obwohl s/w und deshalb schon besonders. Und s/w unterstützt hier sehr gekonnt die melancholische Stimmung des ganzen Videos.

Alle drei Videos featuren die „Kalkbrenner“, Fritz und Paul. Vielleicht Zufall, vielleicht auch nicht. Jedenfalls sind die Videos mit Zustimmung der Künster weiterhin „on“ und wurden für künstlerische Video-Edits verwendet. Aber, möglicherweise wird die GEMA auch hier noch die Rechte der Künstler „durchsetzen“ und die Videos aus dem Netz nehmen.

Haben Sie schon geflaggt?

Die Fußball-EM in Polen und der Ukraine ist in vollem Gang, allerdings mag bei mir der Funke bisher noch nicht so überspringen. Wie ist das bei Ihnen, haben Sie schon geflaggt?

Flaggen? Eigentlich nicht.

Flaggen? Eigentlich nicht.

Mich hat dieses Jahr eher der extreme Medienhype gestresst. Einfach nur Fußball ist ja schon länger nicht mehr – aber dieses Jahr? Furchtbar! Wenn ich schon bei Bierwerbung von „einem Ruck durch Deutschland“ höre, da wird mir jedes mal schlecht. Anscheinend haben die verantwortlichen Kampagnenmanager noch nie davon gehört, dass Werbung auch zur Produktverweigerung führen kann. Dann dieser lächerliche Countdown vor Spielbeginn, was soll das denn bitte? Ach, es gäbe so viel zu lästern oder anzumerken. Ukraine? Hallo? Nein, lassen wir das.

Eigentlich schade, dass die FC Bayern Festwochen viel zu schnell vorbei waren. 3x Zweiter… wie schön! Da können wir ja davon ausgehen, dass wir mit der ganzen Bayern-Armada im Deutschen Team auf jeden Fall ins Endspiel kommen, Deutschland wird wohl auf jeden Fall Zweiter! Und dann geht bestimmt ein Ruck durch Deutschland. Und mit viel Glück gehen dann auch die FC Bayern Festwochen in der neuen Saison weiter. Ich bin ja mal gespannt, wann es den Top-Sponsoren der Münchner zu doof wird und sie die hundert Millionen Sponsorgelder pro Jahr einem Verein zuteilen, der auch mal was gewinnt.

Jetzt bei der EM steht das Spiel gegen die Griechen an, dann könnten die Spanier folgen. Ob das also mit dem Bayerndusel wirklich hinhaut und Deutschland zumindest Zweiter wird? Dazu müsste gegen die Spanier gewonnen werden. Vielleicht läuft es aber wie gestern gegen die Dänen und die nicht Bayern Spieler machen das mal klar. Nachdem alle Fachleute nur über die Höhe des Sieges über die Dänen spekulierte, der Bayern Funktionär Breitner live von der Berliner Fanmeile toppte unser aller Wissen kurz vor dem Spiel mit einem lockeren 4:0, war ja klar, dass es mühsam wird. Selbst der mittlerweile fein säuberlich zurecht gestutzte Scholl war sich sicher „über was reden wir hier eigentlich?“ Ja, über was reden Sie mittlerweile, Mehmet?

Also nun die Griechen. Das wird lustig. Die haben angekündigt „wer gegen uns spielt muss Blut spucken“. Na denn. „Bring us Merkel“ war auch zu vernehmen. Sollt ihr haben und wieder sind sich die Fachleute der bekannten Bayernjubelpresse einig, die hauen wir weg! „Eigentlich ist so eine Mannschaft im Viertelfinale ein Geschenk, hat eine Schleife drum.“ Wir werden sehen. Für den Fußball wünsche ich mir das natürlich. Anderseits kann man das alles auch ein wenig entspannter sehen. Schauen Sie mal wie das die Irischen Fans angehen:

Jedenfalls, viel Spaß! Ob mit oder ohne Ruck, ob mit oder ohne Flagge am Auto.

Neues Projekt online

Es gab in der vergangenen Zeit einiges zu sagen und schreiben, aber wie das eben so ist – Zeit ist nicht immer vorhanden. Obwohl ich mich in den vergangen Wochen immer wieder bestätigt fühlte was die aktuellen Entwicklungen anging. Aber, man muss es ja nicht immer auch noch austreten und aufschreiben. Wer schreibt der bleibt ist zwar richtig, aber der Blog hier bleibt eh, auch wenn in den letzten Wochen nicht viel ging.

Dazu kommt, dass diese Woche ein neues Projekt online ging: beautyspots.de Dort soll – in der Regel – täglich ein neues Bild eingestellt werden. Ob es denn immer jeden Tag sein wird, mal sehen. Jedenfalls soll es hauptsächlich analoges Material sein, also auf Film fotografiert. Keine stark bearbeiteten Bilder, keine Grafik-Designer Arbeiten sondern Fotografie. Vielleicht schauen Sie mal rein: beautyspots.de

Lost Places

„Lost Places“ bildet in der Fotografie einen Trend der schon viel mehr als ein Trend ist. Es gibt eigene Webseiten die sich der Thematik annehmen. Eigentlich geht es nur um verfallene Häuser, verlassen, verwahrlost, verrottet. Die Frage ist was an alten verranzten Häusern, Krankenhäusern, Brauereien so interessant ist. Da man nicht alles wissen muss was warum und weshalb so gerne genommen wird lasse ich das. Technisch, um überhaupt etwas zu sagen, wird sehr oft die HDR (High Dynamik Range) Fotografie angewendet. Viele Digital-Belichtungen von einem Motiv werden mittels Software später am Rechner zusammenkopiert. Es entsteht ein Ergebnis in dem der meist sehr hohe Dynamikumfang dunkler und heller Bildelementen ausgleichen wird. Das Ergebnis sind dann Bilder ohne wirkliche Lichter und Schatten. Alles gleich hell. HDR Bilder sind selbst für den Laien an den oft unnatürlichen Farben sowie der extremen, ebenfalls unnatürlichen Schärfe, erkennbar. Aber, die Technik erfreut sich sehr großer Beliebtheit. In den Kameras der neusten Generation sind HDR Funktionen bereits eingebaut. Die Kamera schießt x-Bilder beim einmaligen Druck auf den Auslöser und rechnet selbständig das HDR zusammen.

Das kann mich nicht wirklich reizen. Nicht nur, dass die Bilder an Stimmung verlieren (wobei die Befürworter ernsthaft versichern HDR habe einen eigenen Reiz), auch ist diese Fotografie an sich nicht mein Ding. Damit meine ich nicht HDR allein – nein, auch der Hype um „Lost PLaces“ finde ich total überbewertet.

Als sich vor kurzem an einem Film-Set die Möglichkeit ergab einige Aufnahmen zu machen war mir sofort klar: es können nur analoge Aufnahmen sein, auf keinen Fall digital und HDR. Und schwarz / weiß sollte es sein. Ich wollte die Aufnahmen in der Stimmung des guten alten „Film Noir“ halten. Gelang mir tagsüber nicht immer. Aber bei einigen Aufnahmen dann doch.

Come in

Come in


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Der Blick des Surrealismus

Surrealismus steht nicht an erster Stelle meines Interesse. So kam es, dass ich die seit einiger Zeit bestehende Sammlung Scharf-Gerstenberg gegenüber dem Schloss Charlottenburg erst kürzlich entdeckte.

Der Blick des Surrealismus - Gesehen in Sammlung Scharf-Gerstenberg

Der Blick des Surrealismus - Gesehen in Sammlung Scharf-Gerstenberg


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Berlin im Gerhard Richter Hype

Es ist unglaublich. Fast jedes Gespräch in Berlin kommt dieser Tage auf Gerhard Richter. Nun gut, vielleicht nicht jedes. Einkaufen geht noch ohne, jedenfalls im Supermarkt. Wenn Sie allerdings zum Geld ausgeben einen bestimmten Laden bevorzugen und dort hin und wieder ins Gespräch kommen – dann kann es passieren. Oder in der Stadt unterwegs und ein Smalltalk gefällig? Wenn Sie das Gespräch länger als drei Minuten führen haben Sie damit bestimmt 80% Chancen auch über Richter zu sprechen. Er hängt gerade, in den Nationalgalerien. Natürlich seine Werke, in der Neuen und der Alten. Und er war selber hier. Vielleicht schon einer der Gründe für den Hype: Ein wirklich bedeutender Deutscher Maler, vielleicht der bedeutendste der Gegenwart, richtig teuer wenn Sie ein Original kaufen wollten. Aber egal wie viel Geld gerade Sie haben sollten: Sie werden keins der bekannten Werke ersteigern können. Also ein Mythos?

Jedenfalls genügend Mythos um derzeit so ziemlich jedes „wichtige“ Gespräche um ihn Kreisen zu lassen. Wer ist schon Wulff, Merkel oder Putin? Wenn Sie dieser Tage nach Berlin kommen, dann bilden Sie sich besser eine Meinung zu seinen Werken: Sie werden bestimmt nach Betty, der Kerze oder einer Klorolle gefragt.

© Gerhard Richter, 18. Oktober 1977, Zelle

© Gerhard Richter, 18. Oktober 1977, Zelle


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