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Kino

Über die wievielte Renaissance des Kino sprechen wir? Immer wieder tot geschrieben um dann einen neuen, wunderbaren Aufschwung zu erleben… Neben der Erlebnis-Gastronomie, dem Erlebnis-Event und anderen, ganz wunderbaren Erlebnissen gibt es seit einiger Zeit auch das Erlebnis Kino. Ob dies die richtige Bezeichnung ist möchte ich schon bezweifeln. Denn der gezeigte Film sollte noch immer im Mittelpunkt stehen, nicht das Drumherum. Also ähnlich wie in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen. Aber, das Auge isst bekanntlich mit. Und damit sich Ihr Magen und Rücken nicht vernachlässigt fühlen nennt sich Erlebnis-Kino in Berlin „Genussvolles Kino“. Egal wie Sie es nennen, die Astor Filmlounge am Kurfürstendamm 225 in Charlottenburg enttäuscht nicht.

Astor Filmlounge

Astor Filmlounge



Und was ist das Besondere? Nun, auch hier werden Filme gezeigt. Es ist dann doch das Drumherum. „Vom Doorman über Valet-Parking bis zum Begrüßungscocktail an unserer Bar. Garderobe, komfortable Sessel mit verstellbarer Lehne, großzügiger Reihenabstand, State-of-Art-Projektions- und Tontechnik sowie ein persönlicher individueller Service.“ Und tatsächlich: Unglaublich viele zuvorkommende Servicekräfte wuseln durch die Sitzreihen über Fußhocker, um Ihnen Ihre á la Carte Häppchen und Happen, Ihren Cocktail, Rot- oder Weißwein aus dem Hause Coppola oder Depardieu an den Platz zu bringen. Die verstellbaren Sessel sind sehr bequem, die bereits genannten Fußhocker genial und der nicht ganz unerhebliche Blick auf die Leinwand ist durch den Vordermann zu 99% „unverkopfbar“. Das hat seinen Preis – ungefähr das Doppelte sollten Sie pro Platz schon einrechnen – Gaumenfreuden nicht eingerechnet
Service in der Astor Filmlounge

Service in der Astor Filmlounge


Spätestens mit dem zweiten Vorhang ist dann Schluss mit lustig. Und obwohl Bild- und Tonqualität hervorragend sind, zu ausgewählten Zeiten exraordinäre Klassiker im beeindruckenden 70mm Format gezeigt werden, zählt mit dem Filmstart der Film auf der Leinwand. Was kann man sehen?


The Ides of March – Tage des Verrats

Ist das Überhaupt ein echter Clooney Film?

The Ides of March - Tage des Verrats

The Ides of March - Tage des Verrats


Sicher, er schrieb einen großen Teil des Films, führte Regie und Produzierte (Executive Producer: u.A. Leonardo DiCaprio). Im Film spielt er allerdings nur eine Nebenrolle, also enttäuschend für alle Damen die nur wegen Clooney gekommen sind – aber vielleicht das Richtige um Clooney bei den Oscars nach vorne zu bringen. Ich fragte mich schon während dem Film ob es gut oder schlecht sei, die Serie „West Wing“ zu kennen. Der Film wirkt wie eine Kinoversion von „West Wing“, natürlich mit anderen Schauspielern.

Clooney spielt einen Gouverneur aus Massachusetts im Vorwahlkampf der Demokratischen Partei im Bundesstaat Iowa. Also genau jenes Szenario, das heute die Nachrichtensendungen „in Echt“ bestimmt. Zufälligerweise kommt der echte Iowa Vorwahlsieger Gouverneur Romney auch aus Massachusetts, ist allerdings Republikaner. Sicher purer Zufall – aber egal. Es geht um Clooney’s 2. Wahlkampfmanager (Ryan Gosling). Der Film behandelt sehr intensiv die Themen Loyalität, Glaubwürdigkeit, Würde. Er beleuchtet die Politikprofis mit ihren Machenschaften, dem Zusammen- und Gegenspielspiel mit der Presse, Wahrheiten, Lügen, Intrigen, sich verbiegen und verbiegen lassen. Sicher auch für Herrn Wulff äußerst interessant! Die Frage, die Sie sich allerdings stellen werden: kam dieser Film jemals auf den Punkt? Das müssen Sie sich dann schon selber beantworten, genauso die Frage, wie die nächsten 60 Sekunden im Film wohl weiter gegangen wären.


Der Gott des Gemetzels
Der neue Polanski ist ein richtig netter Film, mit Tiefgang.
Der Gott des Gemetzels

Der Gott des Gemetzels


Gerade deshalb, weil er jedem Elternteil in einer Durchschnittsfamilie den Spiegel vorhält. Die Darsteller überhäufen sich zwar mit Gemeinheiten, der Film an sich wird aber niemals wirklich derb. Basierend auf einem Theaterstück von Yasmina Reza („Le Dieu du carnage“) bleibt Polanski eng an deren Vorgaben. Das Staraufgebot ist super beeindruckend, die Kamera harmoniert mit der Regie absolut perfekt und die Story ist: einfach nett. Unterhaltung mit Tiefgang ohne verstörend zu sein. Mann oder Frau findet sich womöglich schnell in einer der Filmrollen wieder, und damit beginnt dann das heimliche Freuen über gelungene Wortgefechte der Figur und nicht viel später ebenso das Leiden über peinlichst aufgezeigten Macken und überdeutlich in Erscheinung tretende Schwächen dieser Figur. Es geht hin und her…


Sehenswert, allein schon wegen dem beeindruckendem Staraufgebot.

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